Allgemeine Informationen
Definition
Die Bezeichnung Redeflussstörung wird als Überbegriff fürStottern und Polternverwendetgehören zu den Redeflussstörungen, die die Kontinuität, Glattheit, Rate und/oder Anstrengung der Sprachproduktion betreffen.Schwierigkeiten in diesem Bereich setzen sich häufig komplex zusammen. In diesem Dokument geht es vor allem um das Stottern.Stottern:1-3Definiert als unwillentlich mangelnder Fluss des verbalen Ausdrucks mit Störungen des Sprechrhythmus.1Laut WHO istStotterneineundStörungPolterndessindSprechrhythmus,nichtbeiTeil derdiephysiologischenBetroffenen genau wissen, was sie sagen wollen, dies aufgrund einer unwillentlichen, wiederholten Verlängerung oder Unterbrechung des Lauts in eben diesem Moment aber nicht können.Normalerweise zeigt sich Stottern in einer Wiederholung von Lauten, Silben oder Wörtern oder wie eine Sprechblockade bzw. verlängerte Pausen zwischen den Lauten und Worten.Kinder mit Sprechstörungen wie Stottern haben ein erhöhtes Risiko, Lese- und Schreibprobleme zu entwickeln, wenn sie mit der Schule beginnen.2Frühzeitige Maßnahmen können verhindern, dass es zu schwerwiegenden Folgen wie z. B. Lernschwierigkeiten, psychischen und sozialen Problemen kommtSprachentwicklung.3-4Eine frühe Intervention reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Stottern dauerhaft bleibt.
Sekundärphänomene beimStottern:1-4StotternStörungwirddesoftSprechflusses und des zeitlichen Ablaufs des Sprechens mit typischen Unflüssigkeiten (z. B. Wiederholung vonAugenzwinkern und Augenkneifen, Tics der Kiefer und unwillkürlichen Bewegungen des KopfesLauten oderanderer Körperteile begleitet. Mit diesen Verhaltensweisen versuchen Betroffene häufig, das Stottern zu reduzieren. Sie können allerdings die Verlegenheit der Betroffenen und die Angst vor dem Sprechen verschlimmern.Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln bisweilen solche ablenkenden Verhaltensweisen im Versuch, das Stottern zu verbergen. Dazu gehören auch der Austausch von Wörtern, die Verwendung von Interjektionen und das Abändern von Sätzen. Dies kann dazu führen, dass Betroffene etwas anderes sagen als das, was sie beabsichtigt hatten.Silben)
- Poltern
:1-3KannStörungunabhdes Sprechflusses mit zu schneller und/oder irregulängigrer Sprechweise (z. B. Zusammenziehen oderinAuslassenVerbindungvonmitSilben)
Klassifikation der Redeflussstörungen1,3
- Stottern
- originäres Stottern
- originäres
auftreten.neurogenes nicht-syndromales Stottern- häufig
BeimStotternPolternseithandeltderesKindheitsichohneinerkennbareersterUrsache- genetisch
Liniebedingte,um einezentralnervöse Störung desRedeflussesSprechens unddesseinerSprechtempos, die Störung kann aber auch beim Lautsystem, im Satzbau und in der Sprachverwendung zum Ausdruck kommen. Poltern ist häufig durch unregelmäßiges, temporeiches Sprechen mit ungenügender artikulatorischer Präzision gekennzeichnet. Personen, die poltern, sind sich häufig dieses Problems gar nicht bewusst.Planung
- originäres neurogenes syndromales Stottern
- selten
- z. B. bei Trisomie 21
- originäres
- erworbenes Stottern
- erworbenes neurogenes Stottern
- selten
- im Rahmen von organischen/funktionellen Hirnschädigungen
- psychogenes Stottern
- selten
- nach psychischen Traumata oder im Rahmen psychiatrischer Grunderkrankungen
- erworbenes neurogenes Stottern
- originäres Stottern
- Poltern
Häufigkeit
Stottern
Stottern tritt in allen Altersgruppen auf, ist aber am hPräufigstenvalenz beijüngerenKindernin der Sprachentwicklungs-undSprachlernphase.StotternJugendlichenkann(2–18auchJahre)invonjedem Alter kommen und gehen, wobei sich Perioden mit Stottern mit Perioden normalen Sprechens abwechseln können.Gemäß einer Studie tritt Stottern bei etwa1–1,4aller Kinder unter 10 Jahren auf.1-2,5Das Stottern hört bei fast 80 % der Betroffenen im jungen Erwachsenenalter auf (der Anteil an Personen, bei denen das Stottern spontan aufhört, variiert in den verschiedenen Studien, bei einigen StudienJungen sindeshäufigersogarbetroffennur 23 % der Betroffenen). Zwischen 0,7 und 1 % der erwachsenen Bevölkerung stottern, und 80 % davon sindals Männerdchen (3:2).61DiePrävalenzdesbeiStotterns ist unabhängig vom sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen oder ethnischen Hintergrund.Erwachsenen51-2,6- 0,2 % der Frauen
Stottern0,8ist bei Jungen häufiger als bei% der Mädchen, und mehr Mädchen als Jungen wachsen aus dem Stottern hinaus.nner
Klassifizierung
Poltern
StotternKeineistpräzisenals EntwicklungsstörungPrävalenzdaten,neurogenejedochodervermutlichpsychogene Störung klassifiziert.Stottern als Entwicklungsstörung:Dies ist die häufigste Form.Sie wird bei Kindern im Alter von drei bis acht Jahren erkannt und ist mit mehr als 80 % der Fälle an der Gesamtmenge beteiligt.seltener71Etwa 75 % der Vorschulkinder mit entwicklungsbedingtem Stottern hören innerhalb von etwa vier Jahren spontan auf zu stottern.6In dem Zeitraum,in dem sie stottern, können sie allerdings unter psychischen Problemen und Mobbing leiden, was unter anderem zu einer sozialen Phobie führen kann.3PatientenInmiteinzelnenentwicklungsbedingtemStudienStotternPrävalenzenhabenbeizu Beginn milde Symptome, die entweder zurückgehen oder sich zu schwereren Symptomen entwickeln und dabei sekundäre Verhaltensweisen auslösen.
Neurogenes Stottern:Beruht meist auf einer neurologischen Störung, wie einer traumatischen Hirnschädigung, einem Schlaganfall oder anderen Hirnverletzungen.Das entwicklungsbedingte Stottern unterscheidet sich vom erworbenen Stottern dadurch, dass Stottern am AnfangKindern vonWörtern1,1–1,8und sekundäre Verhaltensweisen häufiger auftreten als beim erworbenen Stottern.Normalerweise bleibt das Stottern nicht über die gesamte Lebensdauer unverändert.
Psychogenes Stottern:Dabei handelt es sich um eine ungewöhnliche Form des Stotterns mit schnellen Wiederholungen des Startlauts.Es tritt bei Erwachsenen auf, die ein psychisches oder emotionales Trauma erlitten haben und deren Anamnese auf keine andere bekannte Ursache schließen lässt.
Ätiologie und Pathogenese
Ätiologie
- Genetische Einflüsse1,3,7-10
- hohe Erblichkeit (Heritabilität) des originären Stotterns (etwa 70–80 %)
- besonders hohes Risiko für Söhne stotternder Frauen
- Eine
ReihegenetischevonDispositionFaktorenistkönnenauchdasbeimStotternPolternbeeinflussen,anzunehmen. - Mittels
abermolekulargenetischerdieUntersuchungenUrsachewurden zahlreiche Dispositionsorte fürdasStotternist unklar. Viele Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Stottern eine neurobiologische Grundursache hat, die mit Problemen bei der Steuerung des Sprechens zusammenhängt.8Für die weitere Entwicklung des Stotterns können sowohl Umweltfaktoren als auch genetische Dispositionen Bedeutung habenidentifiziert. ZuGeschlechterdifferenzendenhinsichtlichmöglichen beitragenden Faktoren gehören die psychischenHäufigkeit undkognitivenRemissionswahrscheinlichkeitVerarbeitungsfähigkeiten, die Genetik, das Geschlecht des Patienten sowie Umweltbedingungen.Das Stottern tritt in dem Alter auf, in dem Kinder beginnen, ihre sprachlichen Fähigkeiten in großem Umfang zu erweitern. In der Regel entwickelt sich das Stottern allmählich, manchmal kann es aber ganz plötzlich auftreten.Stottern tritt in Kommunikation mit anderenberuhen aufundgenetischenwirkt sich auf den kommunikativen Prozess aus:„For most stutterers it takes two to tango“.Forschungsarbeiten zu den Fähigkeiten und Verhaltensweisen bei Menschen, die stottern, wurden vor allem bei Erwachsenen durchgeführt.
Kognitive FähigkeitenEin Teil der Erwachsenen, die stottern, weist andere kognitive Prozesse auf als diejenigen, die nicht stottern.9-10Langsamere Verarbeitung?In einer kleinen Studie hat sich gezeigt, dass Erwachsene, die stottern, eine längere Reaktionszeit als diejenigen haben, die fließend sprechen, wenn sie vor eine kognitive Aufgabe mit zunehmender Komplexität gestellt werden.9Die Personen, die stotterten, verwendeten bei diesen kognitiven Prozessen die rechte Gehirnhälfte stärker als diejenigen, die fließend sprachenUrsachen.
Funktionelle Veränderungen im Gehirn?UmwelteinflüsseInvermutlicheiner weiteren Studie, inUrsachen derMRTnicht-Aufnahmengeteiltender(individuellen)HirnfunktionenUmwelt1
- Eltern-Kind-Beziehung
- Der
beisprachlichePersonen,Umgang mit dem Kind hat keinen primären Ursachenanteil. - Der Erziehungsstil (z. B. hohe Leistungsanforderungen) ist für die
stottern, mit denen bei Personen, dieEntstehung nichtstottern,verantwortlich. - Eltern
verglichensolltenwurden,hinsichtlichwurdemöglicherfestgestelltSelbstvorwürfe beruhigt werden, dassdassieNervensystemkeinebeiSchuldderamVorbereitung und ProduktionStottern desSprechensKindesanders aktiviert wirdtragen.101
- Der
- Psychogenes Stottern
- selten, meist postpubertär3
EsmeiststellteimsichRahmenheraus,einesdassTraumassichoderdiejenigen,einerdiepsychiatrischenstotterten, stärker darauf konzentrieren mussten, Sprache zu erzeugen, und weniger freie Kapazitäten für gedankliche Tätigkeiten hatten außer den Gedanken daran, das Stottern zu begrenzen.Da keine Studien mit Hirnscans bei stotternden Kindern vorliegen, konnte der Zusammenhang zwischen den kognitiven Funktionen und dem Stottern in der Kindheit noch nicht untersucht werden.Grunderkrankung
GenetikPathogeneseDerDieZusammenhanghäufigstezwischenFormgenetischen(originäres,Faktorenneurogenes Stottern) ist eine zentralnervöse Störung der Sprechmotorikkontrolle unddemderStottern wird immer stärker untermauertSprechplanung.111InAlseinerKorrelateZwillingsstudiefindenwurdesich strukturellefestgestellt,unddassfunktionellefastAuffälligkeiten70 %imder Varianz genetischen Ursachen, der Rest Umweltfaktoren zugeschrieben werden konnteZNS.121-3Geschlecht:HatGestörteeinenInteraktionstarkenderEinfluss auf das Stottern mit erheblicher Überrepräsentation bei Jungenauditorischen,auchsomatosensorischen,
sprechplanerischenbeiunddensprechmotorischenjüngsten Betroffenen.13Ein Rückgang des StotternsNeuronennetzwerke imErwachsenenalter tritt häufiger bei Mädchen als bei Jungen auf.Gehirn6Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen beträgt2:1 bei Kindern und 5:1 bei Erwachsenen.11-3- Die
genaueFolgengenetischesindÄtiologieSchwierigkeitenistimnochSprechablauf,unklarSprechrhythmus, Sprechmotorik, Sprechatmung, Artikulation und Phonation.14-15
UmweltUmweltfaktoren wie z. B. belastende soziale Situationen, anstrengende Telefongespräche und negative Erfahrungen beim Sprechen können zu einer Verstärkung des Stotterns beitragen.Der Angstpegel bei Menschen, die stottern, hängt von der Kommunikationssituation ab.161NachweislichHirnfunktionellereagierenAuffälligkeitenKinderbeimimStotternVorschulalter,nachdieerfolgreicherstottern,sprechflüssigkeitsherstellenderstTherapie möglicherweise rücklärker emotional, und sie haben größere Probleme, flexibel mit ihrer Aufmerksamkeit und ihren Emotionen umzugehen als Kinder, die nicht stottern.ufig171
ICPC-2
- P10 Stammeln/Stottern/Tic
ICD-10
- F98 Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- F98.5 Stottern
- F98.6 Poltern
Diagnostik
Diagnostische Kriterien
- Screening auf Stottern
istdurchUnterbrechungenBefragungbeimderSprechen gekennzeichnet:TrittEltern inderKindervorsorgeuntersuchungenRegel(U7a,beimU8,erstenU9)Wortundeines Satzes auf.Screening-Instrumente2-3Tritt in der Regel bei der ersten SilbeDiagnosekriterien desWortes auf.Stotterns1,3- stottertypische Sprechunflüssigkeiten (Stotterereignisse) in mind. 3 % der gesprochenen Silben
NeurogenesDiagnosestellung möglich auch bei:- lang dauernden Stotterereignissen
- emotionaler Belastung
- Vermeideverhalten
- Begleitsymptomen (z. B. Anstrengung, Mitbewegungen).
- Beim Poltern gibt es bisher keine klaren Kriterien zur unzweifelhafte Diagnosestellung.1
- Kombinationen aus Stottern
tritt verstreuter über alle WörterundSilben auf. AußerdemPoltern sindweniger sekundhäre Verhaltensweisen zu beobachtenufig.31
- Kombinationen aus Stottern
Differenzialdiagnosen
NormaleNichtmangelndepathologischeFlSprechunflüssigkeit beim Sprechen (normales Stammeln bei kleinen Kindern):ssigkeiten1,3PauseWiederholungenzwischenvon Wörtern und Phrasen- Selbstkorrekturen (Revisionen)
- Satz- und Wortabbrüche
- gefüllte (z.
BeimB. „äh“) und stille Pausen - Dehnungen
- Einschübe wie „na“ (Interjektionen)
- Floskeln (z. B. „guck“)
- Syndromales neurogenes Stottern1,3
- z.
kommtB.esbei Trisomiezu21
- z.
- Erworbenes
einerneurogenesPauseStottern1- bei
inakuter oder chronischer Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall, infantile Zerebralparese) - Die Therapie der
erstenGrunderkrankungSilbestehteinesimWortes. Zögern oder Unterbrechung, wenn das Kind versucht, die richtigen Worte für seine Gedanken zu finden.Es werden ganze Wörter wiederholt.Es werden Satzteile wiederholtVordergrund.
- bei
Poltern,Psychogenesübliche Merkmale:Stottern1
UnregelmäßigoftbeschleunigendesStotterbeginnSprechtemponach dem 12. LebensjahrVieleinWiederholungenerstervonLinieSilbenPsychotherapie,Wggf. ergänzende Sprachtherapie
- Ticstö
rternrungen - Verhaltensstörungen1
- z. B. Zwangsstörungen bei Kindern und
Wortgruppen (nicht so häufige Wiederaufnahmen wie beim Stottern)Jugendlichen WeggelasseneVermeidungsstrategienoderbei verdecktemschlechtStotternausgesprochenekönnenSilbenalsundVerhaltensstörungenLauteUnorganisierterfehlgedeutetSatzbauProbleme, die Aufmerksamkeit zu fokussierenKein eigenes Erleben der Probleme und mangelnde Einsicht in die eigenen SchwierigkeitenGenetische Veranlagungwerden.
- z. B. Zwangsstörungen bei Kindern und
- Psychogene Redehemmung (totaler oder selektiver Mutismus)
Tics1
Anamnese
Zeitlicher Verlauf1
- In 40–50 % der Fälle plötzlicher Beginn (innerhalb von 3 Tagen)
- Alter bei Beginn
- ab einem Alter von 2–3 Jahren
- bei der Hälfte vor dem 4. Lebensjahr
- bei 3/4 vor dem 6. Lebensjahr
- fast immer vor dem 12. Lebensjahr
- Fluktuation zwischen ausgeprägter und geringer Stotterhäufigkeit und -schwere bei Stottern
isthäufig,durchbeiUnterbrechungenPoltern seltener
Symptome des
SprechensStotterns1-3,11- Repetition
gekennzeichnetvon Lauten, Silben und einsilbigen Wörtern- z. B. „Bi Bi Bi Bitte!“, „A-a-aber", „mit-mit-mit dem Auto“
StotternWortunterbrechungen- z. B. „Regen ... tonne“
- Lautdehnung
- z. B. „LLLLLass mich in Ruhe!“
- Blockierung (hörbar oder stumm)
- z. B. „Ich --- kann
sichdasauf sehr unterschiedliche Weise in verschiedenen Altersstufen und von Person zu Person zu manifestieren. Einige Betroffene stottern nur leicht und ohne besondere Anstrengung, andere stottern sehr stark und viel.nicht“
- z. B. „Ich --- kann
StotternCharakteristischekannBegleitsymptome- physische
kommen und gehen und sich mit Perioden flüssigen Sprechens abwechseln.Anspannung EsMitbewegungenbesteht eine Tendenz(Mimik,dass sich Stottern so entwickeltGestik,dass Kinder zunächst nur wenig und sanft stottern und dann immer häufiger und stärkerRumpf,jeExtremitälter sie werden.ten)
- physische
MenschenSprechintentionmitunbeeinträchtigtausgeprägtem(BetroffeneStottern können Angst haben zu sprechenwissen, wasksie sagen mörperlichechten)
Symptome
AuswirkungendeswiePolterns1,3- Zu schnelle und/oder irreguläre Sprechweise
- Unregelmäßige lautliche Auffälligkeiten
- Zusammenziehen oder Auslassen von Silben und Ungenauigkeiten („Nuscheln“)
- Auffälligkeiten von Pausen, Sprechrhythmus und Silbenbetonung
- Stotteruntypische Unflüssigkeiten
- z.
MuskelanspannungenWort- undemotionaleSatzteilwiederholungenFolgenstattwieSilbenwiederholungen
- z.
- Beim Poltern im Gegensatz zum Stottern geringeres Symptombewusstsein und weniger starke psychosoziale Belastung
Begleitsymptome und Beeinträchtigungen1-3
- Sprechängste
- Vegetative Reaktionen (Erröten, Schwitzen)
- Emotionale Belastung (Peinlichkeit, Scham, Frustration, Wut, innere Anspannung)
- Veränderungen der Sprechweise (z.
SchFlüchternheitstern,undSingsang,Frustration nach sich ziehen kann.Schreien) Menschen,Beeinträchtigungendiederstottern, werden unter Umständen auch sozial stigmatisiert und als weniger begabt erlebt als Menschen, die nicht stottern.KommunikationStotternSozialekann als Hindernis wahrgenommen werden, eine Arbeit zu finden oder befördert zu werden,Ängste unddas Stottern kann sich bei einigen Betroffenen darauf auswirken, wie sie ihre Arbeit erledigen.andere18AngststörungenStottern kann sich auf dasVermindertes Selbstwertgefühl,- Vermeidungs-
dasoderSelbstbildUmgehungsverhalten
- z.
sowieB. keinediemündlicheschulischenMitarbeitundinberuflichenderVerhältnisseSchule - Kann
auswirkenzu unerkanntem Stottern führen (verdecktes Stottern).
- z.
Klinische Untersuchung
ZuAllgemeineuntersuchenkörperlicheist,undoborientierende neurologischeSchädigungenUntersuchung- Beachtung möglicher Symptome neurologischer oder neuropsychiatrischer Erkrankungen1
Diagnostik
vorliegenbei Spezialist*innen- Der gesamte Abschnitt basiert auf diesen Referenzen.1-3
- Ziel der Diagnostik
- Erfassung der Kernsymptomatik (Stottersymptome)
- Erfassung der Begleitsymptome sowie des Kommunikations- und Sozialverhalten (Aktivität und Teilhabe)
- Erhebung der sozioemotionalen Belastung
- Einbeziehung der Reaktionen aus dem sozialen Umfeld (Umweltfaktoren)
- Bestimmung des Therapiebedarfs
Screening
- Durchführung im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U7a, U8, U9)
- Routinemäßige Befragung der Eltern auf Stottersymptome
- Orientierende Beurteilung der Sprachentwicklung
- Einsatz von Screeninginstrumenten
- Bochum-Aachener Stotterscreening (BASS), verfügbar bei der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e. V.
- deutsche Fassung der „List for Stuttering“ (SLS)
Beurteilung der
SchwereRedeflussstörungEs werden verschiedene Klassifizierungssysteme verwendet. Hier folgt eine vereinfachte Einteilung.SpontansprachbewertungMildesEinschätzungStotterndurch nichtprofessionelle Beurteiler*innen und Selbsteinschätzungen- Aufzeichnung von Sprechproben
- objektives Verfahren mit Untersuchung mehrerer Video- oder Audioaufzeichnungen von mind. 300 Silben pro Aufnahme
- Beurteilung von:
TrittStotterhäufigkeitin(%dergestotterterRegel im Alter zwischen drei und fünf Jahren auf.Silben)Es zeigt sich inDauer derRegellängstenmit den gleichen Wiederholungen beim Sprechen, die auch bei normalem, nicht-flüssigem Sprechen zu beobachten sind (normales Stammeln bei Kleinkindern).StotterereignisseDie Wiederholungen sind allerdings häufiger und werden möglicherweise auch von sekundären Verhaltensweisen begleitetBegleitverhalten.Obwohl die Betroffenen und ihre Familien in der Regel bei mildem Stottern nicht beunruhigt sind, wird eine frühzeitige Diagnosestellung und Überweisung zur Logopädie empfohlen, um zu verhindern, dass sich das Stottern verstärkt.3
SchwereswesentlichStottern:zur Festlegung des Stotterschweregrads
- Psychometrische Testverfahren und Fragebögen
Setzt„Test of Childhood Stuttering“ (TOCS) inderdeutscherRegel im Alter zwischen drei und sieben Jahren ein.FassungSelbst„StutteringwennSeverityderInstrument“Schweregrad(SSI-4) indendeutschererstenFassung- „Overall
sechsAssessmentMonatenofnichttheaufSpeakers'dieExperienceWahrscheinlichkeitwitheinesStuttering“spontanen Rückgangs schließen lässt, muss es nach sechs Monaten Anzeichen(OASES) - Fragebogen für
eineKinderVerminderungundderJugendlicheSymptomezurgeben.1 InErfassungdenihrermeistenpsychosozialenFällenBelastungschweren Stotterns trittdurch das Stottern- „Fluency
beiAssessment Battery“wenigerzurals 20 % der Wörter auf. Das Stottern erfolgt aber in fast jedem Satz und wird oftBeurteilung vonSekundär- und Vermeidungs-Verhaltensweisen begleitet. Darüber hinaus führt es häufig zu Verlegenheit und Angst vor dem Sprechen.Poltern
AuswirkungenWeiterführendeauf die Patienten und ihre FamilieDiagnostikUnabhDiagnostik auf psychische Begleitstörungen bei entsprechenden Hinweisen- Bei untypischer Präsentation (z. B. bei Stotterbeginn nach dem 12. Lebensjahr) Abklärung eines erworbenen neurogenen oder ein psychogenen Stotterns
- apparative Diagnostik abhängig
vom Schweregrad solltevon derArztVerdachtsdiagnosebeurteilen,(z.obB.daszerebraleStottern zu Ängsten oder starken Unannehmlichkeiten für den Patienten oder die Familie führt. AuchBildgebung beimilderemvermuteterStottern kann eine Überweisung zur LogopHirnschädie zu empfehlen sein.digung)
Ergänzende UntersuchungenLogopäden führen formelle Tests und eine Bewertung des Stotterns durch.Die Beobachtung der Interaktion zwischen Eltern und Kindern ist wichtig. Eltern, die oft unterbrechen oder schnell sprechen, können die Redeflussstörung des Kindes noch verstärken.
Indikationen zur Überweisung
Kinderärzte,VerdachtsdiagnoseErzieherinnen,vonLehrerinnenRedeflussstörungenund Lehrer, Sozialarbeiter, Schulkrankenschwestern und Hausärzte spielen eine zentrale Rolle beiin derBeurteilungRegelvondurchPatienten, die stottern, da sie meist die ersten Kontaktpersonen für Eltern und Patienten sind, die über dieses Problem sprechen wollen.Obwohl es in vielen FKinderällen zu einem spontanen Rückgang kommt, wird eine Überweisung zur Behandlung in folgenden Fällen empfohlen:rzt*innen1-3wennz.dasB.StotternimschwerwiegendRahmenistderoderVorsorgeuntersuchungenlänger(U7a,alsU8,sechs bis zwölf Monate anhält,U9)
wennAbhängiginvon derFamilieDauerbereitsundFälledemvonSchweregradStotterndervorliegen,Redeflussstörung Überweisung zur Diagnostik und Behandlung12wennDurchführungdiederFamilieweiterführendenoderStotterdiagnostik1- erfolgt
dieimBetroffenenRegelfallsehr besorgt über ihr Stotterndurch:- Phoniater*innen und
dasPädaudiolog*innen - Kinder
damitundverbundeneJugendpsychiater*innen - Logopäd*innen/Sprachtherapeut*innen.
- Phoniater*innen und
- bei
VerhaltenentsprechendersindSpezialisierung auch durch:- Pädiater*innen
- psychologische Psychotherapeut*innen
- Sonderpädagog*innen.
- erfolgt
Therapie
Therapieziele
DieVerbesserungTherapiezielederbasieren auf den individuellen VoraussetzungenSprechflüssigkeit undBedürfnissen.der Kernsymptomatik1,3- Verringerung
Esder sozio-emotionalengibt keine bekannte Methode zur vollständigen HeilungBelastung - Abbau von
StotternBeeinträchtigungenbeiinErwachsenen.Schule und Beruf DieFörderungStottertherapievonwird oft in zwei Hauptkategorien unterteilt: Sprechtechnische AnsätzePartizipation,die zu einem so flüssigen Sprechen wie möglich führen sollen,Lebensaktivität undModifikations-AnsLebensqualitätzet1,die darauf abzielen, das Sprechen so ungehemmt wie möglich zu machen und so ein weniger stark ausgeprägtes und stärker kontrolliertes Stottern zu ermöglichen. Integrierte Therapieformen beinhalten beide Ansätze.3
Allgemeines zur Therapie
Qualitative StudienIndikation zurWirkungTherapie1,3- bei Stotterbeginn im Alter von 3–6 Jahren zunächst Beobachtung über 6–12 Monate
- Therapiebeginn bei anschließend persistierendem Stottern
- Ausnahmen mit Empfehlung zu sofortigem Therapiebeginn
- Risikokonstellation für eine Stotterpersistenz
- lang dauernde Stotterereignisse mit Kontrollverlust
- Belastung von Eltern und/oder Kind
- Beeinträchtigung von Teilhabe und Aktivität
- Variable Rahmenbedingungen der
BehandlungTherapiezeigeningemischteAbstimmungErgebnissemit Betroffenen und Angehörigen1,3- ambulant oder stationär
- Einzel- oder Gruppenbehandlung
- intensiv oder extensiv
- ggf. höhere Wirksamkeit von Intensivbehandlungen
- Therapiebestandteile mit nachgewiesener Wirksamkeit1,3
- intensive Anwendung des eingangs prolongierten Sprechens
- Übungen in und vor Gruppen
- Training von:
WegenweichendesStimmeinsätzen- rhythmischem
hohenSprechen - kontrollierter
AnteilsAtmung - geänderter
spontaner Verbesserungen sind ForschungenEinstellung zumBehandlungseffekt schwierig.Sprechen Randomisierte, kontrollierte Studien mit langen Beobachtungszeiträumen sind nur schwer durchzuführen, da sich nur schwer Patienten für die Kontrollgruppe (ohne Behandlung) finden lassen, die bereit wären, abzuwartenAlltagstransfer- Selbstbewertung und
zu sehen, ob sich das Stottern von allein erledigtSelbstmanagement.
GemäßAbzieleneineraufsystematischen ÜberprSprechnatüfung aus dem Jahr 200619enthält das Lidcombe-Programm die am besten dokumentierten Behandlungsgrundsätze für die Altersgrupperlichkeit- Einsatz von
fünf bis sechs Jahren:Die Autoren weisen darauf hin, dass keine andere Behandlung in Studien mit hoher Qualität die gleiche Wirksamkeit in dieser Altersgruppe aufweisen kann.Erhaltungsprogrammen
InErgänzendeder Altersgruppe von sechs bis zwölf Jahren sind die Forschungsergebnisse wesentlich unübersichtlicher:Therapiebestandteile193VerfahrenGeräteaufundder Grundlage des Chor-EffektsSoftware (Sprechenz.imB. Sprechmetrum,ChorFrequenzänderung)können in der verfügbaren Literatur nicht als wirksam bestätigt werden.13-15AndereBiofeedbackverfahren- Anbindung
Artenander Behandlung (verlängertes Sprechen, Pausentechniken usw.) haben keinen dokumentierten Effekt, mit Ausnahme von Studien, in denen solche Techniken mit Ansätzen einer feedbackorientierten Therapie kombiniert werden.Selbsthilfevereinigungen
JeTherapiejüngervondasBegleitsymptomenKindund Komorbiditäten2- individuelle Priorisierung der Abfolge der Therapien
- z. B. soziale Ängste,
destoweitere Angststörungen odergrößerDepressionen - Vermeidungsverhalten
istalsdieerlernteChance,Reaktion auf das StotterndurchfürtherapeutischeBehandlungenMaßnahmenmeistloszuwerden.gutBeizugänglich
- Einsatz
älterenvonKindern konzentriert man sich mehr darauf, die Art und Weise ihres Stotterns sowie die eigenen Reaktionen zu beeinflussen:NachteilsausgleichenZuz.beachtenB.istzusätzlichejedoch,Zeitdassoderbei einem hohen AnteilNutzung vonbetroffenenGerätenKinderninein spontaner RPrückgang des Stotterns zu beobachten ist. Selbst die vorsichtigsten Schätzungen sprechen von einer spontanen Verbesserung bei 30-50 % bei Vorschulkindern.19fungssituationenAuchKönnenwenn noch nicht klar ist, ob eine effektive Therapie einfach nur die natürliche Verbesserung beschleunigt, kann sie doch dazu beitragen, den Zeitraum zu verkürzen,Belastungen indemSchuledasundKindBerufdenteilweisenegativen sozialen Auswirkungen des Stotterns ausgesetzt istausgleichen.3
Therapieverfahren
Sprechrestrukturierung
- Verhaltenstherapeutische Übungsverfahren mit Erlernen eines neuen Sprechmusters
- Kann ab einem Alter von 6 Jahren und soll ab einem Alter ab 12 Jahren eingesetzt werden.
- starke Evidenz
- Behandlungserfolge auch in der Therapie
istvoneffektiverPoltern
- Häufige Formen: „Fluency Shaping“
- zunächst stark verlangsamtes Sprechen
- Training von weichen Stimmeinsätzen und kontinuierlicher Stimmgebung
- schrittweise Erhöhung des Sprechtempos
- Kasseler Stottertherapie (KST)
- Beinhaltet zusätzlich Komponenten zur Reduktion von negativen Emotionen und den Einsatz von Übungssoftware.
- Gehört zu den am besten validierten Verfahren zur Behandlung von Kindern im Schulalter und Jugendlichen.
Stottermodifikation
- Sprechtechnik zur (ausschließlichen) Bearbeitung der auftretenden Stotterereignisse
- anwendbar in jedem Alter
- weniger starke Evidenz als
eineSprachrestrukturierung
- Bei
erstStotterereignissen wird das Sprechen gestoppt und die Silbe geführt artikuliert. - Zusätzlich Desensibilisierungsübungen (z. B. gegenüber Zuhörerreaktionen)
- Kombinationen mit Sprechrestrukturierung möglich
Lidcombe-Verfahren
- Therapie auf dem Prinzip des operanten Lernens
- Soll im Alter von 3–6 Jahren eingesetzt werden.
- starke Evidenz und gute Langzeitwirkung
- Verhaltensabhängige soziale Rückmeldung zur Steigerung des Anteils flüssigen Sprechens
- Sanfte, unbelastende Korrekturen durch enge Bezugspersonen des Kindes (Co-Therapeut*innen) in strukturierten Spielsituationen, später
eingeleiteteinBehandlung:Alltagssituationen - Verhältnis zwischen Lob und Selbstkorrektur wichtig
DiesehrfrühevielTherapiepositive,sollteweniginnerhalbnegativeeines Jahres nach Einsetzen der Symptome beginnen.3Verstärkung
Indirekte Methoden
EineMethodenBehandlung,zurdieindirektenvorBeeinflussungdemdes Stotterns- anwendbar im Alter von
sechs3–6 Jahren - starke
beginntEvidenz
- anwendbar im Alter von
- Häufigstes Verfahren: RESTART-DCM (Demands and Capacities Model)
- Schaffung individueller sprechflüssigkeitsfördernder Bedingungen
- linguistische Vereinfachungen und Verlangsamungen (v. a. des Sprechvorbilds)
- Interaktionsverhalten mit den Bezugspersonen (Wertschätzung, gelassene
vermindertReaktionendas Risiko, dass dasauf Stottern) - Behebung
schwerungünstigertherapierbarBedingungenwirdim Familienalltag (Alltagsroutinen)
Nicht empfohlene Therapien
- Medikamentöse Therapien
ZurUnspezifizierteBehandlungStottertherapiensozialerohneAngststörungen,festgelegtesdie aufgrund des Stotterns auftreten können, kommen kognitive Therapieformen zum Einsatz.3KonzeptEs gibt keine pharmakologischen Behandlungsalternativen für das Stottern.1,3
Empfehlungen für PatientenDie Familie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung des Stotterns bei Kindern.HypnoseEs sollte eine Umgebung geschaffen werden, in der langsamesRhythmisches Sprechengefördert(alswird.alleinigeEltern,oderGeschwistervorrangigeund andere Kontaktpersonen sollten dem Kind Zeit lassen zu sprechen und selbst langsam und entspannt sprechen, wenn sie dem Kind aus einer Stotterepisode heraushelfen möchten.20-21Therapie)Wenn Stottern auf freundliche, zugewandte und vorurteilsfreie Weise akzeptiert wird, verstärkt sich das Problem nicht. Gleichzeitig kann ein solcher Umgang tröstlich für ein frustriertes Kind sein.Die Behandlung besteht unter anderem darin, Lob auszusprechen, wenn das Kind nicht stottert, und das Kind auf einzelneAtemregulation (aberalsnicht alle) Stotterepisoden aufmerksam zu machen (Lidcombe-Programm).
Medikamentöse TherapieEs wurden mehrere Studien zu medikamentösen Therapien zur Kontrollealleinige oderLinderungvorrangigedes Stotterns durchgeführt, die Therapien haben sich aber sämtlich als unwirksam erwiesen oder haben unerwünschte Nebenwirkungen.1,3Eine Durchsicht der verfügbaren Forschungsarbeiten von 1970-200522zeigte keine Wirkung einer medikamentösen Behandlung.
Andere Behandlungsmaßnahmen, technische HilfsmittelDie Maßnahmen, mithilfe technischer Hilfsmittel zu einem flüssigen Sprechen zu gelangen, stützen sich in hohem Maße auf die Schaffung eines Chor-Effekts, denn viele vom Stottern Betroffene können flüssig sprechen, wenn sie im Chor mit jemandem sprechen, der nicht stottert:Geräte, die ein „Altered Auditory Feedback“ (AAFTherapie)bieten (siehe unten), können den Redefluss verbessern. Die Anwender hören eine modifizierte Version ihrer eigenen Stimme.Es gibt Trainingsprogramme auf der Grundlage solcher Geräte sowie Apparate, die kontinuierlich zum Einsatz kommen, um den Redefluss zu verbessern.
Die Langzeitwirkung dieser Geräte ist noch nicht dokumentiert.3,23-24Es gibt verschiedene technische Hilfsmittel auf dem Markt.Ihnen allen gemeinsam ist, dass die technische Entwicklung den Forschungsarbeiten zur Wirkung der Geräte voraus ist.3,25Hinter dem Einsatz von „Altered Auditory Feedback“ liegt der Chor-Effekt, bei dem die Anwender eine modifizierte Version ihrer eigenen Stimme hören, durch:FAF (frequency-shifted auditory feedback), wobei die Anwender eine verzerrte Version ihrer eigenen Stimme hören.DAF (delayed auditory feedback), wobei die Anwender eine verzögerte Version ihrer eigenen Stimme hören.Bei einigen Geräten kommen beide Prinzipien zum Einsatz.
Für Personen, die stottern, kann ein spezielles Hörgerät einen positiven Effekt haben, wenn sie laut lesen.Wirkung der Anwendung technischer Hilfsmittel:In einer nicht-systematischen Auswertung von Artikeln mit Veröffentlichung zwischen 1995 und 2005 wurde die Wirkung von AAF-Geräten untersucht.Die Auswertung kommt zu dem Schluss, dass es einige experimentelle und begrenzte Phase-1-Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit gibt, dass Erkenntnisse zur Wirkung im alltäglichen Sprechen aber fehlen.Es liegen Studien vor, die zeigen, dass AAF-Geräte eine positive Wirkung auf das Vorlesen haben (40-85 % weniger Stottern).
In einer nicht-randomisierten Studie mit erwachsenen Patienten konnte ein positiver Effekt des sogenannten elektromyografischen Feedbacks gezeigt werden, in späteren Studien ist ein entsprechender Erfolg aber ausgeblieben.3
Behandlung von frühem, mildem StotternDie Behandlung von leichtem, frühem Stottern, in der Regel bei Kindern unter sechs Jahren, konzentriert sich auf die Vorbeugung oder Beseitigung von Verhaltensweisen, die mit dem Stottern verbunden sind.Die Behandlung erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit den Eltern und mit direkten Therapiemaßnahmen.Das Lidcombe-Programm, das in den letzten Jahren immer häufiger zum Einsatz kam (Australien, Großbritannien, USA) beinhaltet, dass die Eltern vor allem flüssiges Sprechen beim Kind loben und nur gelegentlich aufs Stottern hinweisen sollen.26Ein anderes Verfahren, bei dem die Eltern als Unterstützer mitarbeiten , ist das Palin PCI-Konzept (Parent-Child Interaction).
Behandlung von schwerem StotternDas Lidcombe-Programm kann zum Einsatz kommen, wenn die Behandlung früh beginnt.Bei fortgeschritteneren und länger anhaltenden Formen des Stotterns und sekundären Verhaltensweisen besteht die Behandlung darin, dass zwischen zwei Haupttherapien hin- und hergewechselt wird oder dass beide kombiniert werden.Die erste Maßnahme ist die Anwendung von Techniken, die flüssiges Sprechen ermöglichen und Stottern durch einen kontrollierten Redefluss ersetzen, eine Sprechweise, die sehr genaue Selbstüberwachung erfordert.Die zweite Maßnahme konzentriert sich auf die Verringerung des Schweregrads des Stotterns, sodass ein Sprechen ohne Kampf um die Kontrolle der Primärsymptome möglich wird, Sekundärverhalten eliminiert und die Angst vor offenbarem Stottern gemindert wird. Erreicht wird dies durch eine „Modifikation“ des Stotterns oder eine traditionelle Stottertherapie.Angstzustände und psychosoziale Probleme werden mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt.
Verlauf, Komplikationen und Prognose
Verlauf
BeiBeginnfast 80 % aller Kinder, die stottern, hört dasvon Stottern meist imjungenAlterErwachsenenaltervonauf.2–6Zwischen 0,7 und 1 % der erwachsenen Bevölkerung stottern, und 80 % davon sind Männer.Jahren61-2BeiRemissionenetwahäufig75 % aller Kinder im Vorschulalter mit entwicklungsbedingtem Stottern geht das Stottern innerhalb von vier Jahren von alleinbis zur Pubertät (meist bis 4 Jahre nach Beginn)1- Eine dauerhafte Remission bezeichnet eine Spontansprache ohne stottertypische Unflü
ckssigkeiten über mindestens 12 Monate.61
Komplikationen
- Beeinträchtigung der Kommunikationsfähigkeit1,3
- Soziale Ängste und
psychischesozialeProblemePhobie oder Depression3,12 Lernschwierigkeiten.Beeinträchtigung der sozialen, emotionalen, schulischen und beruflichen Entwicklung1,3,21- Verminderte Teilhabe und Lebensqualität
Prognose
BeiSpontaneetwaRemission des Stotterns in 70–80Kinder hört das Stottern auf, bevor sie erwachsen werdenFälle271(30-50 % in eher konservativen Schätzungen,3,6,19).- häufig in den ersten 2 Jahren nach Manifestation
25 %ansonstenallermeistKinder,bisdiezurstottern, wenn sie 4 Jahre alt sind, stottern noch, wenn sie 16 Jahre alt sind. 50 % aller Kinder, die stottern, wenn sie 6 Jahre alt sind, stottern noch, wenn sie 16 Jahre alt sind. 75 % aller Kinder, die stottern, wenn sie 10 Jahre alt sind, stottern noch, wenn sie 16 Jahre alt sind.Pubertät
DieRedeflussstörungenWahrscheinlichkeit,persistierenVerhaltensweisen eliminierenin bis zukönnen,1%diedermitFälledem Stottern assoziiert sind, sinkt, wenn das Stottern nach dem Alter von 8 Jahren weiterhin bestehtlebenslang.62Es gibt zwar keine gesicherte HeilungRisikofaktoren fürdaspersistierendes Stottern,3- männliches
aberGeschlecht - familiäre
eineHäufungerfolgreiche(persistierenden)BeseitigungStotterns - Manifestation
vonimleichtemAlterStottern> 3–4 Jahren - ausbleibende Abnahme des Schweregrads in den ersten 7–12 Monaten
- männliches
- Eine konkrete Prognose ist
oftfürmöglich,denwennEinzelfalldienichtBehandlungabsehbar.1
Verlaufskontrolle
- Die
imVerlaufskontrollenVorschulaltererfolgenbeginntmittels der beschrieben Diagnostikinstrumente in regelmäßigen Abständen. FürEinealleUmstellungMenschen,desdieTherapiekonzeptesstottern,bei fehlender Verbesserung istesnachwichtig3 Monaten empfohlen.1,eine geeignete Kombination aus Lernen, Training und individueller Therapie zu finden, um so gute Ergebnisse wie möglich zu erzielen.3
Patienteninformationen
Patienteninformation in Deximed
Patientenorganisationen
Quellen
Leitlinien
- Deutsche Gesellschaft für
Vorschulkinder Stottern, Ratschläge für SchulkinderStottern, Ratschläge für JugendlichePhoniatrie undErwachsene- Pädaudiologie e.V. (DGPP). Redeflussstörungen, Pathogenese, Diagnostik und Behandlung. AWMF-Leitlinie Nr. 049-013. S3, Stand 2016 (abgelaufen).
Stottern – wenn Sprechen schwer fälltwww.awmf.org
QuellenLiteratur
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AutorenAutor*innenMarikaJonasSchützKlaus,legitimeradArztlogopedin Weiterbildung Neurologie,Sprakar.se, styrelseledamot Svenska LogopedförbundetHamburgKurtDieØsthuusursprünglicheKroghVersion dieses Artikels basiert auf einem entsprechenden Artikel im norwegischen hausärztlichen Online-Handbuch Norsk Elektronisk Legehåndbok (NEL,specialist inom barnsjukdomar, Barne- og ungdomsklinikken, Sthttps://legehandboka.Olavs Hospital, Trondheim Olavs Hospital, Trondheimno/).
F98; F985; F986stamming; taleflytvansker; StamningP10Gestörter Sprechrhythmus; Sprechstörung; Störung des Redeflusses; Entwicklungsstörung; Neurogenes Stottern; Psychogenes Stottern; Unterbrechungen des Sprechens; Stotterepisoden; Lidcombe-Programm; Chor-Effekt; Altered Auditory Feedback; AAF; Palin PCI-Konzept; Redeflüssigkeit; Sprechflüssigkeit; Stottern; Poltern; Normale Sprechunflüssigkeit; Redeflussstörung; Sprechflussstörung; Balbuties; Blockierung; W; Stottermodifikation; Sprachrestrukturierung; operantes Lernen; indirekte VerfahrenRedeflussstörung: Stottern und PolternBBB MK 29.06.2022 revidiert, gekürzt und umgeschrieben, Therapie neu geschrieben. Check GO 13.2.document-disease document-nav document-tools document-themeDefinition:UngewolltStörungenmangelndederFlRede- oder Sprechflüssigkeit mit überwiegend genetischen Ursachen. Häufigkeit:Prävalenz des Stotterns unter Kinder und Jugendlichen imverbalenAlterAusdruckvonsowie2–18gestörterJahrenSprechrhythmusbei etwa 1–1,4 %.EsDasgibtmännlicheimmer mehr Belege dafür, dass eine der Ursachen eine entsprechende genetische DispositionGeschlecht ist,whährendufigerUmweltfaktoren Einfluss auf die Schwere der Störung habenbetroffen.PädiatrieRedeflussstörung: Stottern und Poltern/link/f8f36afa5de2463ab9bfb126f6c7d72c.aspx/link/f8f36afa5de2463ab9bfb126f6c7d72c.aspxredeflussstorung-stottern-und-polternSiteDiseaseRedeflussstörung: Stottern und Polternanders.skjeggestad@nhi.nouanders@nhi.boos@gesinform.de (patched by system)nodedede
- apparative Diagnostik abhängig
- hohe Erblichkeit (Heritabilität) des originären Stotterns (etwa 70–80 %)