Laut Ergebnissen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des RKI (KIGGS Welle 2) schätzen Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder insgesamt zu 96 % als sehr gut oder gut ein. Über 70 % der Kinder und Jugendlichen geben an, Sport zu treiben, und insgesamt ist der Konsum von Zucker und Süßwaren zurückgegangen. Auch der Nikotin- und Alkoholkonsum ist im Vergleich zu den Erhebungen früherer Jahre rückläufig. So geben 7,2 % der 11- bis 17-Jährigen an, regelmäßig zu rauchen, das sind zwei Drittel weniger als in der KIGGS-Basiserhebung aus den Jahren 2003–2006. 51 % der Befragten (vorher 64 %) geben an, schon einmal Alkohol getrunken zu haben, 12,1 % geben einen riskanten Konsum zu und 7 % (vorher 12 %) regelmäßiges Rauschtrinken.
Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Gesundheit der Kinder in Deutschland ist allerdings der sozioökonomische Status. Die Daten der KIGGS zeigen, dass Eltern mit einem höheren Sozialstatus die Gesundheit ihrer Kinder subjektiv als besser einschätzen als Eltern mit einem niedrigeren Sozialstatus. Auch objektive Indikatoren zeigen, dass sozial benachteiligte Kinder sich eher ungesund ernähren, weniger Sport treiben, häufiger übergewichtig oder adipös sind und mehr rauchen. Beim Alkoholkonsum gibt es wohl keinen nennenswerten sozialen Gradienten. Diese Ergebnisse sind nicht wirklich überraschend. Man sollte sie aber für einen verständnisvollen Umgang mit Patienten mit gesundheitlich riskantem Verhalten im Gedächtnis behalten.
Die Prävalenz von Asthma und Heuschnupfen ist laut KIGGS seit Jahren unverändert. Zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wurden bisher noch keine konkreten Aussagen publiziert. Es wird nur das Auftreten von „psychischer Auffälligkeit“ generell dargestellt. Informationen über die Prävalenzen und Verlauf von z. B. Angststörungen im Kindes- und Jugendalter, ADHS, aber auch Essstörungen wie Bulimia nervosa, Anorexia nervosa und auch deren Assoziation mit dem sozialen Status, wären sehr interessant. Da psychische Probleme bei den ersten zwei Erhebungen von KIGGS abgefragt wurden, ist mit Ergebnissen zu konkreten psychischen Diagnosen aber noch zu rechnen.
Marlies Karsch, Chefredakteurin
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