Die Urlaubszeit beginnt, und gerade gesunde junge Patienten wünschen sich oft von uns eine Reiseberatung oder Reiseimpfberatung, die durchaus zeitaufwändig sein kann; vor allem, wenn eine Fernreise in Länder mit geringem Hygienestandard und endemischer Verbreitung von Tropenkrankheiten geplant ist. Um hier umfassend beraten zu können, lohnt sich ein Blick in unsere direkten länderspezifischen Links zu den reisemedizinischen Empfehlungen des Auswärtigen Amtes.
Viele Fragen reisewilliger Patienten sind eher allgemeiner Natur und beziehen sich beispielsweise auf die Flugreise an sich: Ist eine Thromboseprophylaxe bei Flugreisen empfehlenswert? Was tun bei Jetlag? Bei Reisen in südliche Länder zeigt sich oft im Gespräch die Notwendigkeit einer Beratung zur Vermeidung einer Reisediarrhoe oder der Prävention von typischen Hautproblemen bei Auslandsreisen, wie Infektionen, UV-Dermatosen, Insektenstichen oder -bissen.
Aber auch objektive Beratung und gemeinsame Entscheidungsfindung mit den Patienten sind immer wieder erforderlich, wenn es um Impfungen gegen Tropen- oder Reisekrankheiten geht, wie z.B. Hepatitis A und B, Typhus und Paratyphus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Cholera, Meningitis oder Gelbfieber. Hier muss neben dem Reiseziel auch die Art des Reisens und die Dauer des Aufenthalts berücksichtigt werden (z.B. zwei Monate Rucksackreise ins Hinterland oder drei Wochen Hotelresort am Strand). Auch eine Indikation für eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria sollte natürlich unter Berücksichtigung der individuellen Reisepläne gestellt werden.
Marlies Karsch, Chefredakteurin
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